Wir haben täglich mit der Hitze zu kämpfen und auch die Tiere leiden darunter.
Und die Insekten begleiten uns auf Schritt und Tritt durch den Stall-Alltag.
Hier einige Infos allgemein zum Thema Pferde und Hitze sowie Insekten und zum Umgang damit bei uns!
- Pferde haben eine Wohlfühltemperatur die bei -10°C bis +25°C liegt
Das heißt, dass die aktuellen Temperaturen deutlich darüber liegen.
Also fühlen sich unsere Tiere bei 35°C und mehr nicht mehr wohl! - Pferde brauchen bei Hitze mehr Wasser und auch zusätzlich Salz
Das Wasser muss immer sauber und frisch sein. Tränken müssen täglich kontrolliert werden.
Große Tränkefässer bergen im Sommer die Gefahr zu verkeimen!
Weidekübel müssen täglich ausgewischt und frisch befüllt werden – nicht nur auffüllen!!!
Es muss ein Salzleckstein zur Verfügung stehen um den Mineralverlust duchs Schwitzen auszugleichen. - Die Insektenplage im Sommer kennen alle: Fliegen, Bremsen und Zecken nerven jeden!
Es ist tagsüber fast nicht mehr möglich die Pferde auf die Weide zu stellen.
Die Bandbreite an Mitteln ist groß:
Fliegendecken, Fliegenhauben, Fliegenspray, Bremsenfallen auf der Weide, Weidemanagement,
Fliegenfänger im Stall, Futterzusätze um die Tiere weniger schmackhaft zu machen… - Was tun Pferde in freier Wildbahn bei der Hitze und gegen die Insekten?
Sie verweilen vermehrt im Schatten und bewegen sich weniger als normal.
Aber sie müssen sich bewegen um zu Wasser und zu frischen Weiden zu gelangen!
Ist Wasser verfügbar gehen sie auch mal gerne Duschen/Baden.
Sie scharren mit den Hufen um sich zu bespritzen oder legen sich komplett hinein!
Auch ein Schlammbad wird gerne gemacht um eine kühlende Schlammschicht zu bekommen.
Die hilft auch gleich gegen die lästigen Insekten!
Ist der Schlamm getrocknet folgt eine zweite Wälz-Einheit zum lösen der Kruste.
Damit werden auch gleich lose Haare und Ungeziefer entfernt.
Auf der Futtersuche wählen die Tiere Pflanzen aus, die sie bei der Fliegenabwehr unterstützen. - Abspritzen aber richtig!
Damit das Abspritzen für die Pferde auch wirklich angenehm ist empfielt sich folgendes:
– Wasserdruck minimieren, wenn möglich Temperatur nicht auf “Eiskalt” einstellen
– beginnend hinten rechts, hinten links, vorne rechts, vorne links (Nähe Herz zuletzt)
– dann Hinterhand, Schultern, Bauch, Hals, Sattellage, Rücken
– Nach dem Abspritzen mit dem Schweißmesser das Wasser abziehen
– Trocken führen oder mindestens an einem zugfreien nicht zu schattigen Ort trocknen lassen
– bei Zugluft Nierenbereich abdecken!
Ponys geniesen auch mal eine Regendusche mit dem Rasensprenkler!
Aber Achtung: das muss langsam und vorsichtig trainiert werden!
Was tun wir damit unsere Ponys sich trotz Hitze und Insekten noch im Wohlfühlbereich bewegen?
- Organisation des Reitunterrichts: Statt Training ist Wellness für die Ponys angesagt!
Abspritzen, dann trockenreiten oder etwas Bodenarbeit und anschließend wälzen lassen.
Der Sand wird dann mit den Weidestriegeln abgekratzt was die Ponys auch sehr genießen!
Danach im Stall normales putzen und etwas Theorieunterricht für die Reitschüler.
So haben alles Spaß und auch das Lernen kommt nicht zu kurz!
Morgens ist es oft noch erträglich, da können die Erwachsenen auch mal etwas mehr machen. - Koppel-Management: Überstunden für die Trainer und Übungsleiter zum Wohle der Tiere!
Statt tagsüber können die Koppeln nur abends und nachts genutzt werden.
Deshalb geht es abends nach dem letzten Unterricht auf die Koppel.
Zuerst die Ponys, die aufgrund der Ernährung nur stundenweise raus dürfen (20-22:30 Uhr)
Danach ab 22:30 Uhr die Ponys, die über Nacht auf der Koppel bleiben dürfen.
Morgens werden die Ponys dann bereits zwischen 7 und 8 Uhr wieder in den Stall geholt.
Für unsere Trainer/ÜL heißt das: statt Dienst von 9-20 Uhr sind wir von 8-23 Uhr im Stall! - Wochenendangebote, Abzeichenkurse und Events: Einschränkungen sind unvermeidbar
Auch an den Wochenenden wird es nicht kühler. Deshalb haben wir auch hier reagiert.
Ponyreitevents für die die Ponys transportiert werden müssen, werden abgesagt.
Abzeichenkurse finden verkürzt und mehr in der Theorie statt.
Schon die jüngsten lernen beim Schnuppern auf die Ponys Rücksicht zu nehmen.
Da wird dann eben nicht bei der ersten Reitstunde gleich auf dem Platz geritten!
Ausritte finden im Schritt satt und wir wählen Wege die möglichst “Bremsenarm” sind.
Ein Ritt zum Bach ist ein Erlebnis für Ponys und Reiter! - Fütterung – angepasst an die aktuellen Gegebenheiten!
Wir füttern ganzjährig Leinkuchen um die Ponys für Zecken unattraktiv zu machen.
Knoblauchgranulat im Futter: ein Doppeleffelt für Stoffwechsel und Insektenschutz.
Angepasste Futterrationen an das reduzierte Arbeitspensum - Gesundheitskontrollen – immer wichtig aber im Sommer doppelt!
Kleine Wunden infizieren sich im Sommer schneller durch die Fliegen und die Wärme
Entzündete Augen durch Fliegen oder das viele Wälzen im Sand müssen behandelt werden
Trotz Leinkuchen haben unsere Ponys mal Zecken – die müssen gefunden und entfernt werden
Stiche die jucken und gescheuert werden, werden behandelt
Die Haltung von Tieren verlangt von den Besitzern ein hohes Maß an Sachverstand.
Es bedeutet Verantwortung zu übernehmen und alles zu tun um den Tieren ein gutes Leben zu ermöglichen!
Wir geben alles und sind immer für Anregungen und Verbesserungsvorschläge offen.
Und unsere Ponys danken es uns mit guter Gesundheit und motivierter Mitarbeit beim Unterricht!
